Künstliche Intelligenz im Mittelstand: Zwischen Hype und Realität
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Künstliche Intelligenz im Mittelstand: Zwischen Hype und Realität

28. Januar 2026
2 Min. Lesezeit

Während Großkonzerne Milliarden in KI investieren, fragen sich viele Mittelständler: Lohnt sich das auch für uns? Ein Realitätscheck zeigt, wo KI heute schon Mehrwert schafft – und wo sie noch an ihre Grenzen stößt.

Der Elefant im Raum

Kaum ein Thema beherrscht die Wirtschaftsberichterstattung so sehr wie Künstliche Intelligenz. Die Versprechen sind groß: Automatisierung von Routineaufgaben, präzisere Prognosen, personalisierte Kundenansprache. Doch was davon ist für den Mittelstand relevant – und was ist nur Marketing?

„Die Diskussion um KI ist oft von Extremen geprägt", beobachtet Prof. Dr. Thomas Weber von der Technischen Universität München. „Entweder wird sie als Allheilmittel verkauft oder als Jobkiller verteufelt. Die Realität liegt, wie so oft, dazwischen."

Wo KI heute schon funktioniert

In einigen Bereichen hat sich der Einsatz von KI-Systemen bereits bewährt. Die Qualitätskontrolle in der Produktion ist ein Paradebeispiel: Bilderkennungssysteme können Fehler in Bauteilen schneller und zuverlässiger erkennen als das menschliche Auge. Die Investition amortisiert sich oft innerhalb weniger Monate.

Auch im Kundenservice zeigen sich positive Effekte. Chatbots können einfache Anfragen rund um die Uhr beantworten und entlasten so die Mitarbeiter für komplexere Aufgaben. Wichtig ist dabei, dass der Übergang zum menschlichen Berater nahtlos funktioniert – nichts frustriert Kunden mehr als ein Bot, der nicht weiterhelfen kann.

Die unterschätzte Herausforderung: Daten

Der größte Stolperstein bei KI-Projekten ist oft nicht die Technologie selbst, sondern die Datenbasis. Maschinelles Lernen braucht große Mengen qualitativ hochwertiger Daten – und genau daran mangelt es in vielen Unternehmen.

„Wir haben festgestellt, dass wir erst einmal unsere Datensilos aufbrechen mussten, bevor wir überhaupt an KI denken konnten", berichtet der IT-Leiter eines Automobilzulieferers. „Das war ein Projekt für sich, das uns zwei Jahre gekostet hat."

Pragmatisch starten

Experten empfehlen einen pragmatischen Ansatz: Statt großer Transformationsprojekte sollten Unternehmen mit überschaubaren Pilotprojekten beginnen. Ein Bereich, in dem schnelle Erfolge möglich sind, eignet sich besonders gut, um Erfahrungen zu sammeln und Akzeptanz im Unternehmen zu schaffen.

Die Zusammenarbeit mit spezialisierten Dienstleistern kann dabei helfen, die Lernkurve zu verkürzen. Wichtig ist, dass das Wissen nicht nur extern bleibt, sondern auch intern aufgebaut wird – nur so kann das Unternehmen langfristig von der Technologie profitieren.

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